Krankenhäuser und stationäre Versorgung
Die stationäre medizinische Versorgung in Paderborn wird durch insgesamt 8 Krankenhäuser sichergestellt. Diese Kliniken decken ein breites Spektrum an medizinischen Fachrichtungen ab, das von der somatischen (körperlichen) Grund- und Regelversorgung bis hin zu hochspezialisierten psychiatrischen und psychosomatischen Behandlungsangeboten reicht. Die Vielfalt der Einrichtungen ermöglicht es den Bürgerinnen und Bürgern in Paderborn und der umliegenden Region in Nordrhein-Westfalen, für unterschiedlichste Krankheitsbilder eine passgenaue stationäre oder teilstationäre Behandlung zu finden.
Unter den 8 verzeichneten Krankenhäusern in Paderborn finden sich Einrichtungen unterschiedlicher Trägerschaften. Im Bereich der somatischen Medizin und der allgemeinen Krankenhausversorgung sind unter anderem das Brüderkrankenhaus St. Josef Paderborn sowie das St. Johannisstift Ev. Krankenhaus Paderborn zu nennen. Solche Häuser der Allgemeinversorgung sind in der Regel die erste Anlaufstelle für eine Vielzahl von Erkrankungen, für chirurgische Eingriffe sowie für die internistische Diagnostik und Therapie. Auch die St. Vincenz-Kliniken GmbH ist mit der Betriebsstätte St. Vincenz-Krankenhaus Paderborn ein zentraler Bestandteil der stationären Infrastruktur der Stadt.
Ein besonderes Merkmal der Paderborner Krankenhauslandschaft ist die fachliche Spezialisierung einiger Betriebsstätten. So betreibt die St. Vincenz-Kliniken GmbH neben dem regulären Krankenhaus auch die Betriebsstätte Frauen- und Kinderklinik St. Louise. Die Bündelung von Gynäkologie, Geburtshilfe und Pädiatrie (Kinderheilkunde) an einem spezialisierten Standort ist für die Versorgung von Familien von großer Bedeutung. Kinder und Jugendliche benötigen bei einem Krankenhausaufenthalt eine Umgebung und medizinische Expertise, die speziell auf ihre altersgerechten physischen und psychischen Bedürfnisse zugeschnitten ist. Ebenso profitieren Frauen von einer gebündelten Fachkompetenz in gynäkologischen Fragestellungen.
Neben der somatischen Medizin bildet die psychiatrische, psychotherapeutische und psychosomatische Versorgung einen sehr großen und differenzierten Schwerpunkt in Paderborn. Mehrere der 8 Krankenhäuser sind Teil des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), der in Nordrhein-Westfalen ein zentraler Träger für psychiatrische Kliniken ist. Das Angebot in Paderborn ist hierbei stark ausdifferenziert und richtet sich an unterschiedliche Alters- und Patientengruppen.
Zu diesen spezialisierten Einrichtungen gehört die LWL-Klinik Paderborn - Allgemeinpsychiatrische Tagesklinik. Eine Tagesklinik stellt ein teilstationäres Angebot dar. Das bedeutet, dass die Patientinnen und Patienten tagsüber therapeutische Behandlungen (wie Einzel- und Gruppen-gespräche, Ergotherapie oder medikamentöse Einstellungen) erhalten, den Abend und die Nacht jedoch in ihrem gewohnten häuslichen Umfeld verbringen. Dieses Modell dient oft als Brücke zwischen einem vollstationären Aufenthalt und der ambulanten Therapie.
Darüber hinaus existiert die LWL-Klinik Paderborn - Standort Agathastraße, die das psychiatrische Netz der Stadt ergänzt. Für ältere Menschen, die an psychischen Erkrankungen wie schweren Altersdepressionen oder demenziellen Veränderungen leiden, steht die LWL-Klinik Paderborn - gerontopsychiatrische Tagesklinik zur Verfügung. Die Gerontopsychiatrie ist ein Fachgebiet, das sich ausschließlich mit psychischen Erkrankungen im höheren Lebensalter befasst, da diese oft mit körperlichen Begleiterkrankungen einhergehen und eine spezifische therapeutische Herangehensweise erfordern.
Auch für die jüngsten Patientinnen und Patienten ist im Bereich der psychischen Gesundheit gesorgt: Die LWL-Klinik Marsberg (Kinder- u. Jugendpsychiatrie) unterhält einen Standort in Paderborn. Die Kinder- und Jugendpsychiatrie befasst sich mit Entwicklungsstörungen, Verhaltensauffälligkeiten und psychischen Erkrankungen bei Minderjährigen und bezieht in der Regel das familiäre Umfeld stark in das therapeutische Konzept mit ein.